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Risse im Mauerwerk der Druxberger Kirche weiter unter Beobachtung

Druxberge, den 21.12.2021
Weihnachtliche Wärme gibt Druxberges Gotteshaus auch zum Ende dieses Jahres nur nach außen hin. Die Kirche bleibt aufgrund ihres besorgniserregenden Zustands unzugänglich. Die Messe am Heiligen Abend wird abermals davor statt darin gefeiert.
 

Eine frohe oder zumindest hoffnungweckende Botschaft hat Kirchenratsvorsitzende Theda von Graeve zum Weihnachtsfest: „Für den Erhalt unserer Kirche muss und wird bald eine Lösung gefunden werden.“ ihr ist dabei bewusst: „Reichlich Geduld war und ist auch derzeit gefragt. Aber es gibt viele Menschen im Ort und in der näheren und weiteren Umgebung, denen die in der Magdeburger Börde höchstgelegene und auch weithin sichtbare Kirche am Herzen liegt.“ Deshalb sei man sehr zuversichtlich, dass dem Gotteshaus bald substanzielle Hilfe zuteil komme.

 

Statisch bedenklich

Die ist nötig, weil das Gemäuer des knapp 160 Jahre alten Bauwerks von etlichen Rissen durchzogen ist. Diese sind „statisch bedenklich“, so von Graeve, was vor mehr als zwei Jahren den schweren Entschluss nach sich zog, die Kirche zu sperren. Seither finden keine Veranstaltungen, Gottesdienste, Hochzeiten oder Tauffeiern mehr in der Dorfkirche statt.

Rückblende: Im September 2019 hatten die teils meterlangen Risse im Mauerwerk ein Ausmaß erreicht, das zum Handeln zwang. „Es ist jetzt zwar keine akute Gefahr im Verzug, dass die Kirche etwa einstürzen könnte“, erklärte Theda von Graeve seinerzeit. „Dennoch sind wir an einem Punkt angelangt, wo wir zusehen müssen, dass wir die Risse in den Griff kriegen.“ Die sofortige Sperrung der Kirche war dabei ein Schritt der Vorsorge, da nicht auszuschließen war, dass durch die fortschreitende Rissbildung der darüberliegende Putz von Wänden und Decke bröckelt und somit eine Verletzungsgefahr bestand – und nach wie vor besteht.

 

Untergrund ausgetrocknet

Ursache für die Risse, die sich insbesondere in den Dürresommern 2018 und 2019 ausgeprägt hatten, ist vermutlich der ausgezehrte Baugrund. Das Fundament der Kirche liegt in sehr tonhaltigem Boden. Durch anhaltende Trockenheit zieht sich der Ton zusammen, wodurch sich die Volumenstruktur im Erdreich verändert – und das wirkt sich unweigerlich auch auf die Tonnen an Gewicht darüber aus. Das Druxberger Gotteshaus ist dabei kein Einzelfall, die Schwere des Problems habe hier allerdings durchaus Seltenheitswert, heißt es von der Evangelischen Landeskirche.

Im Vorjahr setzte man deshalb auch die ersten Schritte, um dem Problem entgegenzuwirken. So wurde für die Kirche ein so genanntes Rissmonitoring konzipiert und finanziert. Über einen Zeitraum von drei Jahren soll dabei detailliert beobachtet und dokumentiert werden, wie sich die Risse verhalten. Theda von Graeve bewertet dies als „Pilotprojekt mit guter Ausgangslage für Fördermittel.“ Schätzungen zufolge wird deutlich mehr als eine halbe Million Euro benötigt, um das Gotteshaus zu stabilisieren.

 

Gute Ausgangslage für Fördermittel

„Außerdem“, so von Graeve weiter, „wird die Kirche seit knapp einem Jahr digital vermessen. Die Kirchengemeinde und die betreuenden Fachleute wollen auf diese Weise feststellen, ob es weiterhin zu Veränderungen im Untergrund kommt oder ob diese zum Stillstand gekommen sind. Diese Voruntersuchungen sind Voraussetzung für die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten, damit das Gebäude von der Gemeinde und dem evangelischen Kindergarten wieder für Gottesdienste, Konzerte und Feste genutzt werden kann.“

Die Sperrung bleibt daher bestehen. Theda von Graeve: „Der kommende Heiligabendgottesdienst wird zum zweiten Mal also nicht nur pandemiebedingt vor der Kirche stattfinden. Eine Verstärkeranlage wird aber wieder dafür sorgen, dass die Besucher ausreichend Abstand voneinander halten können und gleichzeitig Predigt und Orgelmusik gut zu hören sein werden.“ Beginn ist am Freitag um 15 Uhr.

 

Foto: Digitale Vermessung an der Kirche. Dies geschieht regelmäßig und fortlaufend.

Foto: Kirchengemeinde

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme

 

Bild zur Meldung: Risse im Mauerwerk der Druxberger Kirche weiter unter Beobachtung