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Adebars üben offenbar Reiseverzicht

Wormsdorf, den 03.11.2017

Das Wormsdorfer Storchenpaar hat auf den Flug gen Süden verzichtet. Es schickt sich an, in den Allerniederungen den Winter zu verbringen.

 

Es ist nicht außergewöhnlich, aber doch sehr selten, dass Störche hier im – relativ gesehen – hohen Norden statt in Afrika oder zumindest auf der iberischen Halbinsel überwintern. Ob die Wormsdorfer Storcheneltern dieses Wagnis nun eingehen, ist noch ungewiss, aber es gibt einige Indizien, die dafür sprechen.

So ist am Wochenende ein beringter Storch in den Allerwiesen bei Wormsdorf gesichtet worden. Die meisten seiner Artgenossen dürften längst in ihren südlichen Winterquartieren angelangt sein, treten die lange Reise üblicherweise schon ab Ende August an, die Jungtiere noch etwas eher. Silvia Schwenk, die mit ihrer Familie direkt unter dem Wormsdorfer Storchennest wohnt und stets ein wachsames Auge auf die geflügelten Nachbarn hat, bestätigt zudem: „Das Pärchen ist noch da und hin und wieder im Nest zu sehen. Sein Nachwuchs dagegen – in diesem Jahr waren es vier Jungstörche – ist wie gewohnt Mitte August losgezogen.“

Überleben ist fraglich

Gut möglich also, dass die Eltern es mit dem Winter im Allertal aufnehmen wollen und sich die Reise sparen. Obwohl der Weißstorch diese hauptsächlich im Segelflug zurücklegt, ist sie doch sehr kräftezehrend; je nach Route werden dabei in vier bis sechs Wochen bis zu 10.000 Kilometer zurückgelegt.

Ob Adebars im Falle des Bleibens die Kälteperiode überleben, wird in erster Linie von der Strenge des Winters und dem zur Verfügung stehenden Nahrungsangebot abhängen. Klarer Vorteil im Frühjahr wäre, dass man auf jeden Fall als Erste am Nest sein würde.

 

Foto: Ein beringter Storch in den Allerwiesen, vermutlich eines der Wormsdorfer Exemplare. Archivfoto: Hartmut Beyer

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme